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Motzen das gelobte Land
"vorne Wasser, hinten Sand und dazwischen Knollenland" so hieß es noch vor Jahrhunderten, als der Ort ein kleines verträumtes märkisches Fischer - und Bauerndorf am Motzener See war, gerade einmal 200 Seelen zählend. Kaum mehr als ein Dutzend größerer Bauernwirtschaften – das war seit Jahrhunderten der Dorfkern - beinahe wie eine Halbinsel in den See hineinragend, heute bei einem Rundgang um die alte Dorfkirche noch wahrnehmbar mit den Gehöften. Diese liegen alle in der Kirchstraße, dem ehemaligen Bullenwinkel, immer standen dort riesige Pfützen bis sie zur 650-Jahrfeier im Jahre 1996 befestigt wurde. Hinter der Kirche erstreckt sich die Dorfstraße mit großen Bauerngehöften, die auf brandenburgischen Art ein nach hinten zu den Feldern geöffnete Viereck bilden. Auf Wunsch der Mehrheit ihrer Anlieger behielt sie den in DDR geprägten Namen Karl-Marx-Straße . Die Bedeutung der Ulmen an der Kirche
Der Besucher von Motzen findet rings um die Kirche einen einzigartigen Ulmenhain und alte Maulbeerbäume. Die Ulmen wurden immer dann gepflanzt, wenn an der Kirche gebaut wurde. Die abgebildete Ulme an der Kirchhofmauer wurde gepflanzt als vor mehr als 250 Jahren ein neues Kirchhaus errichtet wurde, andere nach Generalreparaturen z.B. wenn Brandschäden zu beseitigen waren. Nach der letzten umfassenden Erneuerung des Kirchturmes wurde gerade jene junge Ulme anläßlich der 650-Jahrfeier des Kirchdorfes im Jahre 1996 unter Beteiligung von Landesbischof Huber, dem damaligen Landrat des Kreises Dahme-Spreewald Herrn Linke und des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde Motzen Wolfgang Kroll gesetzt. Die wunderschöne kleine Barockkirche
auf Befehl Friedrichs des Großen errichtet, lädt mit ihrer Hollenbachorgel zu ihren traditionellen Konzerten des „Orgelsommers“ ein. Früher in der Mark Brandenburg berühmte Fachwerkhäuser sind leider verschwunden, und der Stuck an den Bauernwohnhäusern ist einer modernen Fassadengestaltung gewichen. Das Armenhaus aus dem 19.Jahrhundert wurde 1999 abgerissen. Hier hatte die Gemeindeverwaltung bis zu ihrer Auflösung durch die Gebietsreform von 1992 ihren Sitz und seit Frühjahr 1990 eine Heimatstube.
Wege nach Motzen
Mancher mag sich über das für ein bescheidenes märkisches Dorf ungewöhnlich große moderne Gebäude mit seiner gläsernen Fassade wundern. Hier im Zentrum des Ortsteils Motzen empfängt es seine Besucher an der Gabelung der Straßen
Die Poststraße
Sie führt nach Töpchin und Teupitz. Um 1800 waren, dem Postkutscher zur Orientierung, steinerne Obelisken gesetzt worden. Sie markieren jeweils den Abstand in preußischen Meilen (1 preuß. Meile = 7,532 km). Gemessen wurde damals ab Ortsausgang Berlin - Cottbusser Tor. Die fünfte Meilensäule steht in der Nähe des neuen Friedhofs, der 1881 den Friedhof rund um die Kirche ablöste. Die dörfliche Gräberstätte musste auf Anordnung der preußischen Regierung außerhalb des Ortes gelegen sein. Heute verläuft dort die Töpchiner Straße mit dem 1939 eingemeindeten ehemaligen Etablissement Motzen Mühle, geprägt früher durch 3 große Ziegeleien und eine Verladerampe für Ziegelsteine und Kies am See und eine Wassermühle, auf deren Grundmauern Ende des 19. Jahrhunderts ein Gasthof errichtet wurde. Lange Jahre war das gleichzeitig die Poststelle des Ortes, bedingt durch den gegenüberliegenden Postbahnhof. Dieser ist zum Wohnhaus mutiert. Der dort seit 1894 verlaufende Schienenstrang der KMTE, der Königs Wusterhausen – Mittenwalde - Töpchiner-Eisenbahn diente einst zum Transport von Millionen Ziegelsteinen und zeitweilig auch Braunkohle nach Berlin, jetzt aber dem Ausflugsvergnügen mit der Fahrt auf Draisinen. In Motzen – Mühle errichteten in den 1930er Jahren einige Berliner Unternehmer ihren Landsitz, als nach dem 1. Weltkrieg die Berliner das Paradies am Motzener See entdeckt hatten. So war auch Motzen Mühle von freidenkenden Berlinern bereits 1919 eine Wiege der Freikörperkultur (FKK)geworden. Ihre zahlreichen Nachfolger frönen diesem Natursport noch heute zu beiden Seiten des Sees in ihren Gemeinschaften auf der Märchenwiese Motzen und in der Birkenheide Kallinchen. Auch der beliebte Badestrand an der Schweinewiese unweit der Wohn- und Wochenend-Siedlung Motzen - Seebad hat bereits einen FKK-Bereich. Der Parkplatz am Strand mit seinen 500 Plätzen ist an sonnigen Wochenenden und Sommerferientagen voll belegt. Motzen - das gelobte Land...Kehren wir noch einmal zurück zum eingangs genannten Sprüchlein über Motzen ....und dazwischen Knollenland. Mehr als 100 ha Land haben die Bauern nach der Wende verkauft. Nun haben die Berliner dort einen der schönsten Golfplätze der Welt, durch den auch Wandergruppen laufen dürfen. Seit 1990 sind um den Golfplatz moderne Wohnsiedlungen und überall im Dorf und an seinen Rändern eine Vielzahl schöner Einfamilienhäuser errichtet worden, sodass sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt hat. Und übernachten kann der Besucher und Erholungssuchende in Motzen in vielen Ferienwohnungen, die u.a. die Touristikinformation im Haus des Gastes vermittelt unter 033769 / 20621 oder ganz nobel im Viersternehotel „Residenz am Motzener See“ |
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