Bergbau-Geschichte

Die Landwirtschaft hatte viele Jahrhunderte lang den Gang der Dinge in Schenkendorf und Krummensee bestimmt. Sie wurde hauptsächlich im 18. Jahrhundert noch durch den Seidenbau ergänzt.

Unter den Hohenzollern, die inzwischen nicht nur die Brandenburg-Preußische Politik bestimmten, hatte sich ein für damalige Verhältnisse moderner Staat entwickelt. Die industrielle Entwicklung benötigte enorme Energiequellen. 1877 endeckten Brunnenbaumeister August Boock und Tongrubenbesitzer Franz Landsberg durch Bohrungen ein Braunkohlenvorkommen mit einer Mächtigkeit der Flöze von insgesamt 10 m. Beide Herren gründeten in Schenkendorf die Grube „Consolidierte Centrum“ und begannen, an den Eiskuten im Tagebau die Kohle abzubauen. Um die tieferliegenden Kohleflöze zu erreichen, musste der Bergbau unter Tage weitergeführt werden und neuste Technologie zum Einsatz kommen. Möglich wurde dies erst, als sich Werner von Siemens finanziell und technisch an dem Unternehmen beteiligte.

Das Poetsch‘sche Gefrierverfahren wurde erprobt. Dabei stabilisierte man die wasserführenden Sandschichten, indem man sie vor dem Durchteufen einfror. Leistungsstarke dampfgetriebene Pumpen wurden unter Tage betrieben, so dass selbst der Wasserspiegel im Krummen See sank.

Zugezogene Bergarbeiter mit ihren Familien prägten zunehmend die bis dahin überwiegend bäuerliche Bevölkerung des Ortes. Arbeiterwohnungen, eine neue, größere Schule sowie Industriegebäude und Schlote veränderten das Ortsbild. Eine Brikettfabrik und ein Eisenbahnanschluss ergänzten die Bergbauanlagen. Auch über den Nottekanal wurde damals Kohle nach Berlin transportiert.


Letztendlich aber stoppten im Jahre 1899 die schwierigen hydrologischen Bedingungen den Bergbau in Schenkendorf. Insgesamt waren mehr als 1,2 Mio. t Braunkohle zu Tage gefördert worden.


Die Auswirkungen prägen den Ort bis heute, sichtbar durch die Grubenhäuser und den gefluteten Tagebau „Bruch“. Aber auch die unsichtbaren Folgen des Bergbaus haben uns in der jüngsten Geschichte ausreichend beschäftigt.“

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