Paul-Gerhardt-Tage 2026

2026 jährte sich der Todestag von Paul Gerhardt zum 350. Mal. Für Mittenwalde als einen seiner wichtigsten Lebens- und Wirkungsorte war dies ein besonderer Anlass, mit den Paul-Gerhardt-Tagen an sein Leben, sein Werk und seine Bedeutung für die Stadt zu erinnern.

 

Die Festwoche lud dazu ein, Paul Gerhardt auf unterschiedliche Weise zu begegnen: beim Hören und Singen, bei Führungen und Gesprächen, auf dem Paul-Gerhardt-Weg, in der St.-Moritz-Kirche, in Ragow und an Orten der Stadtgeschichte. Sie richtete sich an alle, die seine Lieder seit vielen Jahren begleiten, ebenso wie an jene, die Paul Gerhardt neu entdecken wollten.

Wer war Paul Gerhardt?

  • Paul Gerhardt geboren 1607 und gestorben 1676, gehört zu den bedeutendsten Lieddichtern im deutschsprachigen Raum.
     
  • In Mittenwalde trat er Ende 1651 sein Amt als Propst an der St.-Moritz-Kirche an, und ausgerechnet in dieser Zeit, als Stadt und Menschen noch die Spuren des Krieges trugen, schrieb er hier einen großen Teil seiner Kirchenlieder.
     
  • Seine Sprache wirkt bis heute erstaunlich nah: oft mit Naturbildern, zuversichtlich und ohne laut zu werden. 

 

Das ist sein besonderes Geschenk, dass er das Leben nicht beschönigt und sowohl dem Leben als auch Gott etwas Helles zutraut.

Paul-Gerhardt-Tage 2026 in Mittenwalde - Rückblick

Am 7. Juni sind die Paul-Gerhardt-Tage 2026 in Mittenwalde zu Ende gegangen.

 

Die Festwoche stand im Zeichen des 350. Todestages von Paul Gerhardt und erinnerte an sein Leben, sein Wirken und seine besondere Verbindung zu Mittenwalde. Von 1651 bis 1657 war Paul Gerhardt Propst an der St.-Moritz-Kirche. Viele seiner bekannten Lieder entstanden in dieser Zeit hier in Mittenwalde – Worte voller Trost, Hoffnung und Zuversicht, die bis heute Menschen erreichen. Während der Festtage wurde Paul Gerhardt aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.

 

Begonnen hatten die Paul-Gerhardt-Tage am 27. Mai, genau am Todestag des Liederdichters. Rund um die St.-Moritz-Kirche kamen zahlreiche Gäste zusammen. Pfarrer i. R. Christoph Kurz begleitete durch den Abend, der Flötenchor und die Posaunenchöre unter der Leitung von Kantorin Christine Borleis gestalteten die Musik. Auch das gemeinsame Erinnern am Paul-Gerhardt-Denkmal gab dem Auftakt einen stillen und würdigen Rahmen.

 

Bei der Wanderung auf dem Paul-Gerhardt-Weg am 30. Mai führte der Weg von der St.-Moritz-Kirche nach Ragow. Rund 20 Gäste machten sich gemeinsam auf den Weg – bei einem gemütlichen Spaziergang mit Zeit für Gespräche, Fragen und kleine Entdeckungen. Besonders gefreut hat uns, dass nicht nur Gäste aus Mittenwalde dabei waren. In beiden Kirchen fanden Führungen statt. In der Paul-Gerhardt-Kirche in Ragow konnte die Gruppe unter anderem einen Blick auf das historische Uhrwerk werfen.

 

Am 31. Mai stand beim Familiengottesdienst in der St.-Moritz-Kirche Paul Gerhardts Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Spatzenchor, dem Kinderchor und Instrumentalisten wurde gesungen, über Natur, Schöpfung und Gott nachgedacht und ein großes Bodenbild zum Lied gestaltet.

Besonders viel zu entdecken gab es auch bei den von den Kindern gestalteten Schuhkartons zu den einzelnen Liedstrophen. 25 Kinder und 38 Erwachsene feierten gemeinsam einen lebendigen Gottesdienst, an dem sich viele beteiligten.

 

Am 1. Juni ging es im Rahmen der Paul-Gerhardt-Tage in der Paul-Gerhardt-Kirche in Ragow weiter – mit der Lesung aus „Meines Herzens Lust“ von Fabian Vogt.

Es war ein interessanter und unterhaltsamer Abend, der Paul Gerhardt noch einmal aus einer anderen Perspektive zeigte: als Mensch seiner Zeit – mit seinen Fragen, Erfahrungen, Gedanken und Hoffnungen. Die Lesung gab einen lebendigen Einblick in sein Leben, seine Texte und die Zeit, in der sie entstanden.

 

Am 3. Juni führte unsere Ortschronistin Vera Schmidt im Rahmen der Paul-Gerhardt-Tage durch das Paul-Gerhardt-Haus – einen Ort, den viele heute vor allem als Verwaltungsgebäude kennen.

Bei der Führung stand die Geschichte des Hauses im Mittelpunkt und damit auch ein Stück Mittenwalder Stadtgeschichte. Das Gebäude wurde anlässlich des 300. Geburtstages von Paul Gerhardt errichtet. Am 12. März 1907, genau an seinem Geburtstag, wurde der Grundstein für das damalige Paul-Gerhardt-Kreiskrankenhaus gelegt. Ab 1908 diente das Haus als Krankenhaus und war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Ort der Versorgung für Mittenwalde und die umliegenden Orte.

 

Ein besonderer musikalischer Höhepunkt war das Chor- und Orchesterkonzert „Wandelt eure Klag in Singen“ am 5. Juni in der St.-Moritz-Kirche. Der Sächsische Kammerchor unter der Leitung von Fabian Enders brachte Werke zu Gehör, die Paul Gerhardts Texte in besonderer Weise aufgriffen.

 

Am 6. Juni führte eine Radtour von Mittenwalde nach Lübben und stellte noch einmal die Verbindung zwischen den Wirkungsorten Paul Gerhardts her. Gestartet wurde an der St.-Moritz-Kirche mit einer Führung durch Pfarrer i. R. Christoph Kurz und Kathrin Samulski. Unter der Leitung von Reinhard Kähler und Olaf Hoffmann vom ADFC führte die Tour über Gräbendorf, Märkisch Buchholz und Schlepzig. An den dortigen Kirchen legte die Gruppe jeweils Station ein.

Den Abschluss der Radtour bildete die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben. Dort erwarteten die Teilnehmer eine Kirchenführung und ein Orgelkonzert mit Kantor Johannes Leonardy.

 

Den Abschluss bildete am 7. Juni die „Mittenwalder Predigt“ mit Regionalbischöfin Theresa Rinecker in der St.-Moritz-Kirche. Anschließend kamen bei bestem Sommerwetter Gäste, Stadtverordnete, Mitwirkende und Interessierte auf dem Salzmarkt zusammen. Unter der großen Eiche lud der Bürgermeister zu einem Empfang ein. Bei Gesprächen, Sekt, Butterbrezeln, Kuchen und Kaffee klangen die Paul-Gerhardt-Tage in einer angenehmen und herzlichen Atmosphäre aus.

 

Bürgermeister Dirk Knuth griff in seiner Rede die Frage auf, warum in diesem Jahr der Todestag Paul Gerhardts und nicht sein Geburtstag im Mittelpunkt steht. Vielleicht, so der Gedanke, werde die Bedeutung eines Menschen oft erst dann sichtbar, wenn man auf sein Leben zurückblickt und sieht, was er hinterlassen hat: für Menschen, für eine Stadt, für ein ganzes Land.

 

Paul Gerhardt hat in Mittenwalde Spuren hinterlassen. Seine Zeit in der Stadt war vergleichsweise kurz, aber von großer Bedeutung. In Mittenwalde fand er einen Ort des Ankommens, hier wirkte er als Pfarrer, hier entstanden viele seiner bekannten Lieder. Damit ist Paul Gerhardt für Mittenwalde weit mehr als ein historischer Name. Er ist Teil der Stadtgeschichte und bis heute mit dem Selbstverständnis der Paul-Gerhardt-Stadt verbunden.

 

Die Paul-Gerhardt-Tage 2026 haben gezeigt, wie lebendig diese Erinnerung sein kann: in Musik und Predigt, in Führungen und Gesprächen, auf Wegen zwischen Kirchen und Orten, in Begegnungen und im gemeinsamen Rückblick.

 

Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Festwoche vorbereitet, mitgestaltet, begleitet und besucht haben: der Paul-Gerhardt-Arbeitsgruppe, der Kirchengemeinde, dem Heimatverein Mittenwalde, allen Mitwirkenden, Helfern, Musikern, Unterstützern und Gästen.

 

Mittenwalde wird Paul Gerhardt nicht vergessen. Die Paul-Gerhardt-Tage 2026 haben noch einmal sichtbar gemacht: Hier war er. Hier lebte er. Und seine Worte wirken bis heute nach.

Impressionen zu Paul-Gerhardt-Tagen

Impressionen zu Paul Gerhardt

Ansprechpartner:

Stadt Mittenwalde
Stadtmarketing & Tourismus

Rathausstr. 8
15749 Mittenwalde
033764 / 898 640

E-Mail: tourismus@mittenwalde.de

Ansprechpartner:

Ev. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Yorckstr. 25
15749 Mittenwalde
033764 / 20331
 

E-Mail: regionalbuero-mittenwalde.kkzf@gemeinsam.ekbo.de

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