Am 7. Juni sind die Paul-Gerhardt-Tage 2026 in Mittenwalde zu Ende gegangen.
Die Festwoche stand im Zeichen des 350. Todestages von Paul Gerhardt und erinnerte an sein Leben, sein Wirken und seine besondere Verbindung zu Mittenwalde. Von 1651 bis 1657 war Paul Gerhardt Propst an der St.-Moritz-Kirche. Viele seiner bekannten Lieder entstanden in dieser Zeit hier in Mittenwalde – Worte voller Trost, Hoffnung und Zuversicht, die bis heute Menschen erreichen.
Begonnen hatten die Paul-Gerhardt-Tage am 27. Mai, genau am Todestag des Liederdichters. Rund um die St.-Moritz-Kirche kamen zahlreiche Gäste zusammen. Pfarrer i. R. Christoph Kurz begleitete durch den Abend, der Flötenchor und die Posaunenchöre unter der Leitung von Kantorin Christine Borleis gestalteten die Musik. Auch das gemeinsame Erinnern am Paul-Gerhardt-Denkmal gab dem Auftakt einen stillen und würdigen Rahmen.
In den folgenden Tagen wurde Paul Gerhardt aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet: Bei der Wanderung auf dem Paul-Gerhardt-Weg führte der Weg von der St.-Moritz-Kirche nach Ragow. Dort konnten die Gäste die Paul-Gerhardt-Kirche besichtigen und unter anderem einen Blick auf das historische Uhrwerk werfen. Der Familiengottesdienst, die Lesung aus „Meines Herzens Lust“ von Fabian Vogt in Ragow sowie die Führung durch das Paul-Gerhardt-Haus mit Ortschronistin Vera Schmidt machten deutlich, wie eng Paul Gerhardt mit der Geschichte Mittenwaldes verbunden ist.
Ein besonderer musikalischer Höhepunkt war das Chor- und Orchesterkonzert „Wandelt eure Klag in Singen“ am 5. Juni in der St.-Moritz-Kirche. Der Sächsische Kammerchor unter der Leitung von Fabian Enders brachte Werke zu Gehör, die Paul Gerhardts Texte in besonderer Weise aufgriffen. Auch die Radtour nach Lübben am 6. Juni stellte noch einmal die Verbindung zwischen den Wirkungsorten Paul Gerhardts her.
Den Abschluss bildete am 7. Juni die „Mittenwalder Predigt“ mit Regionalbischöfin Theresa Rinecker in der St.-Moritz-Kirche. Anschließend kamen bei bestem Sommerwetter Gäste, Stadtverordnete, Mitwirkende und Interessierte auf dem Salzmarkt zusammen. Unter der großen Eiche lud der Bürgermeister zu einem Empfang ein. Bei Gesprächen, Sekt, Butterbrezeln, Kuchen und Kaffee klangen die Paul-Gerhardt-Tage in einer angenehmen und herzlichen Atmosphäre aus.
Bürgermeister Dirk Knuth griff in seiner Rede die Frage auf, warum in diesem Jahr der Todestag Paul Gerhardts und nicht sein Geburtstag im Mittelpunkt steht. Vielleicht, so der Gedanke, werde die Bedeutung eines Menschen oft erst dann sichtbar, wenn man auf sein Leben zurückblickt und sieht, was er hinterlassen hat: für Menschen, für eine Stadt, für ein ganzes Land.
Paul Gerhardt hat in Mittenwalde Spuren hinterlassen. Seine Zeit in der Stadt war vergleichsweise kurz, aber von großer Bedeutung. In Mittenwalde fand er einen Ort des Ankommens, hier wirkte er als Pfarrer, hier entstanden viele seiner bekannten Lieder. Damit ist Paul Gerhardt für Mittenwalde weit mehr als ein historischer Name. Er ist Teil der Stadtgeschichte und bis heute mit dem Selbstverständnis der Paul-Gerhardt-Stadt verbunden.
Die Paul-Gerhardt-Tage 2026 haben gezeigt, wie lebendig diese Erinnerung sein kann: in Musik und Predigt, in Führungen und Gesprächen, auf Wegen zwischen Kirchen und Orten, in Begegnungen und im gemeinsamen Rückblick.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Festwoche vorbereitet, mitgestaltet, begleitet und besucht haben: der Paul-Gerhardt-Arbeitsgruppe, der Kirchengemeinde, dem Heimatverein Mittenwalde, allen Mitwirkenden, Helfern, Musikern, Unterstützern und Gästen.
Mittenwalde wird Paul Gerhardt nicht vergessen. Die Paul-Gerhardt-Tage 2026 haben noch einmal sichtbar gemacht: Hier war er. Hier lebte er. Und seine Worte wirken bis heute nach.